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Eine Fabrik für Sportler

Die Maschinenfabrik Hesse & Jäger besteht aus insgesamt sechs seit 1890 gefügten Gebäuden, von denen die Walzhalle (mit Mansardendach) und Glühhalle (mit Satteldach) im Jahr 2002 von der Stadt Lüdenscheid in die Denkmalliste der zu schützenden Kulturgüter aufgenommen wurde.

Der Sportverein Turbo-Schnecken e.V. Lüdenscheid wünschte sich für die ca. 2.000 Mitglieder eine feste Adresse- ein Zentrum für das Sport- und Vereinsleben. Die ehemalige Maschinenfabrik soll nicht nur als Sportstätte und Verwaltungssitz des Vereins dienen, sondern auch als  generationenübergreifende Begegnungsstätte für alt und jung, als Vereinszentrum und als Ort für multifunktionale Veranstaltungen genutzt werden.

RECHTS: Im ehemaligen Zustand war das beeindruckende Raumvolumen der Walzhalle nicht erlebbar, da durch den Vorbesitzer im Bereich der Dachkonstruktion zwei Zwischenebenen eingezogen wurden. Durch die heute realisierte Staffelung der Nutzbereiche in der Walzhalle öffnet sich das gesamte Raumvolumen der Walzhalle und wird im umgebauten Zustand nunmehr für den Betrachter wieder erlebbar.

UNTEN: Auch die auf der Galerie angeordnete Nutzung respektiert die Geometrie der Walzhalle und die statisch-konstruktiven Vorgaben der Stahlbinderkonstruktion des Mansardendaches. Durch die Öffnung des Raumvolumens entsteht ein ständiger Austausch zwischen Galerieebene und Foyer.

 

Alle für die neuen Nutzungen in den denkmalgeschützten Hallen erforderlichen Maßnahmen wurden als additive Maßnahmen und Einbauten ablesbar und erkennbar in den Bestand ergänzt. Der Gebäudebestand wird als Einheit betrachtet und respektiert. Die Struktur der Industrieverglasung wurde erhalten, eine zweite thermisch qualifizierte Schicht erfüllt die Anforderungen an den Wärme- und Schallschutz.

Heute zeigt sich die Maschinenfabrik als vitales und modernes Sportzentrum und bietet alle erforderlichen Sozialräume, Büronutzungen und Lagerflächen „unter einem Dach“ an.

OBEN: Die Bestandsgebäude waren in den Jahren des Leerstandes einer zunehmenden Verwahrlosung und Zerstörung und somit einem kontinuierlichen Prozess des Zerfalls ausgesetzt. Die bestehende Fassade wurde fach- und denkmalgerecht saniert. Die Industrieverglasung wurde durch neue Stahlfenster mit schlanken Profilen ersetzt und formal an den Bestand angepasst.

LINKS: Im Innenraum wird das Prinzip einer erkenn- und erlebbaren additiven Fügung des Neuen zum Alten konsequent umgesetzt. Ein sparsamer Umgang mit wenigen neuen Materialien respektiert den Bestand. Mobile Trennwände im Multifunktionsbereich der Walzhalle schaffen eine hohe Nutzungsflexibilität, um auch eine größere zusammenhängende Fläche für gemeinschaftliche Nutzungen anbieten zu können.

UNTEN: Das Bistro in der ehemaligen Glühhalle ist das Herzstück des Vereinslebens.

 

MASCHINENFABRIK HESSE & JÄGER

ORT:  Lüdenscheid
AUFGABE:  Umbau eines Industriedenkmals  
AUFTRAGGEBER:   Turbo-Schnecken Lüdenscheid e.V.
VERGABEFORM:  Privatauftrag
TYPOLOGIE:  Sport
JAHR:  2009-14
BGF:   2.350 m²
BRI:  19.350 m³
BAUWERKSKOSTEN:  2,1 Mio. €
STATUS:  realisiert

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